Dienstag, 21. Oktober 2003
Bitte lächeln
Die Stimmen werden lauter und am Horizont lässt sich schwach so etwas wie Aufschwung erkennen. Die meisten Wirtschaftsinstitute und Experten bescheinigen Deutschland für 2004 ein mögliches Ende der Talsohle. Ob die Prognosen richtig sind oder ob wir noch ein Jahr warten müssen, hängt auch von uns ab. Altbundeskanzler Schmidt beklagte sich aber unlängst über ostdeutsches Gejammer. Und wird wirklich nur im Osten gejammert? Zur Zeit endet doch jedes Gespräch damit, wie schlecht es uns geht und wie hoch unsere alltäglichen Belastungen sind, ob privat oder im Beruf. Und die Reformdiskussion tut ihr übriges. Aber was können wir tun? Auf der Straße begegnen sich Menschen mit dunkelschwarzen (unsichtbaren) Wolken über ihren Köpfen, die anscheinend unmittelbare Auswirkungen auf ihren Gesichtsausdruck und ihr Verhalten haben. Ein Lächeln täte uns gut, mit einem Blick voraus in eine Zukunft, in der wir mit Spaß zum Beispiel auch mal eine Stunde (oder zwei) länger arbeiten, ohne gleich an Ausbeute zu denken. Eine innerliche Vorbereitung auf den Aufschwung kann in jeder Alltagssituation geübt werden und das immer frei nach dem Motto: Der Karren ist deswegen im Dreck, damit ich ihn mit meiner ganze Kraft dort wieder rausziehen kann.

Mit einer guten Portion Humor, die jede Form von Pessimismus im Keim erstickt, stolpern wir lächelnd, alte Zöpfe abschneident und selbstbewusst beim Bäcker, im Familienkreis, bei der Arbeit, in der Bank (auch vor dem Kontoauszugsdrucker), bei der Ausbildung, beim Politisieren, beim Diskutieren, beim Planen und beim Entwerfen von Zukunftsversionen in den Aufschwung.
Warum eigentlich nicht?

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Montag, 20. Oktober 2003
Die Autobahn: Kampfeinsatz in der Blechkarosse
Pendler, die jeden Tag mit dem Auto unterwegs sind, können ein Lied davon singen: Die Autobahn ist Deutschlands härtestes "Bewährungspflaster". Es gibt die Raser, die Drängler, die Vorsichtigen, die Ängstlichen, die Korrekten, die Könner und die Anfänger. Ein bunter Mix fahrender Abenteurer und solcher, die die Autobahn als ein nicht vermeidbares Übel ansehen. Und es scheint, dass hier sämtliche Regeln außer Kraft gesetzt sind. Blinker links und schon ist man in Mitten tausender scheinbar seelenloser Blechkarossen. Die Gefahr lauert auf jedem Meter, auf jeder Spur und hinter jedem Lenkrad. Da gibt es die "Linksfahrer", sie sind die Herrscher der Geschwindigkeit. Es kann nicht schnell genug gehen und alle anderen stören nur bei der Entfaltung ihres Geschwindigkeitsrausches. Die "Mittefahrer" haben für sich entdeckt, dass es auf der Mittelspur zwar zügig vorangeht, sie aber nicht rasen müssen und schon garnicht überholen. Auf dem rechten Streifen beobachtet man die Gemütlichen, die Zeit haben oder bedingt durch ihr Gefährt kaum in der Lage sind, die anderen Spuren zu nutzen. Und jeder glaubt für sich, das Richtige zu tun und Herr der Lage zu sein.

Schwierig wird es dann, wenn einer der genannten Gruppen, auf der "falschen" Spur auftaucht. Geschützt durch das umgebende Blech entbrennt sofort ein harter Kampf um Meter und Spur. Unfälle sind nicht selten die Folge. Wer hat recht, wer ist der Stärkere und was erlaubt sich eigentlich mein Vordermann?

In der Fahrschule lernt man von all` dem nichts. Hier wird nur das beigebracht, was ermöglicht, die Blechkarosse von A nach B zu bewegen. Was einem aber tatsächlich auf der Straße erwartet, wenn der Fahrlehrer erst einmal ausgestiegen ist und das "Steuer" übergeben hat, bleibt nur eine beängstigende, erwartende oder freudige Vorahnung. Sollte nicht also auch die "Praxis im Miteinander" ein fester Bestandteil der Fahrausbildung sein? Und gilt dies nicht auch für alle anderen Ausbildungen, ob in Schule, Studium und Beruf?
Warum eigentlich nicht?

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Freitag, 17. Oktober 2003
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?
Es ist das alte Lied: Wenn das Geld knapp wird, ist das Geheule groß aber es ist nur die halbe Wahrheit. Denn wenn das Geld knapp wird, zeigt sich auch, wer in der Krise die richtigen Rezepte findet, um sich geschickt aus ihr zu befreien. Das gilt sowohl im Privaten aber im Besonderen in der Wirtschaft und in der Politik. Und hier, glaubt man den zahlreichen Presseartikeln, scheint doch einiges im Argen zu sein. Manager leben in ihren Luftschlössen und haben oft die Bodenhaftung verloren und das immer zu Lasten der Mitarbeiter. Das gilt natürlich nicht für alle aber es gilt eben auch für Politiker. Wie kann es sein, dass vom Bürger der eiserne Sparzwang abverlangt wird, sich Politiker diesen aber selber nicht auferlegen wollen. 30 Milliarden Euro Steuergelder wurden im letzen Jahr für all zu zweifelhafte Projekte verschleudert, um nur ein Beispiel zu nennen.

Während für Unternehmen inzwischen immer mehr kontrollierende Gesetze verankert werden sollen, um dem Schlendrian einhalt zu gebieten, wird dem "Politiker" und seinen Behörden noch viel zu oft freie Hand gewährt. Sich selbst und seine Arbeit immer wieder zu hinterfragen ist schwer genug. Muss es nicht deswegen auch eine überparteiliche Kontrollinstanz für Politiker und Behörden geben, die dann eingreift, wenn hier und da der Überblick verloren geht?
Wieso eigentlich nicht?

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